Der erste Gang durch das verrückte Hotel Tartüff

Eigentlich sollte der 23. Juni 2012 ganz im Zeichen des neunten Fantasyprides stehen, aber es gab da etwas, das dazu führte, dass viele Besucher – uns eingeschlossen – das Event für kurze Zeit vergaßen: Das verrückte Hotel Tartüff, das den Phantasialand-Besuchern erstmals am 31. März angekündigt wurde, ging in seinen Testbetrieb.

Ein auffälliger Hinweis

Es ist nicht so, dass das Programm des neunten Fantasyprides langweilig gewesen wäre. Ganz im Gegenteil, das Event konnte auch 2012 wieder mit tollen Künstlern und Höhepunkten wie dem Wet-T-Shirt-Contest überzeugen. Aber wenn Phantasialand-Besucher sehen, dass eine neue Attraktion an den Start gehen soll, reagieren sie von Natur aus mit Neugier und Spannung. Und so fielen unsere Blicke schon relativ früh auf ein Schild mit folgendem Hinweis: „Das verrückte Hotel Tartüff ist derzeit im Testbetrieb! Während dieser Phase wird die Attraktion zeitweise für Sie geöffnet sein.“ – Es war also kein Wunder, dass die Warteschlange vor der neuen Attraktion langsam aber sicher länger wurde. Zwar dämpfte ein Mitarbeiter die Erwartungen kurzzeitig, als er sagte, dass es keine Garantie für eine Öffnung gibt, aber die Besucher ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen und harrten die Wartezeit geduldig aus – und gegen 14:50 Uhr sollten sie dafür belohnt werden. Tatsächlich haben wir zur ersten Gruppe gehört, die jemals durch das verrückte Hotel Tartüff gehen durfte.

Hinweis auf den Testbetrieb

 

Achtung, Spoiler: Wer sich von der neuen Attraktion überraschen lassen möchte, sollte nicht weiterlesen!

 

Achtung, Spoiler!

An dieser Stelle weisen wir euch darauf hin, dass von nun an sehr viele Spoiler folgen werden. Wir zeigen euch Bilder aus den Innenräumen, schildern euch die Elemente und gehen nochmal auf Typ und Hersteller ein. Kurz gesagt, wir geben euch sehr viele Einblicke in die neue Attraktion. Wer seinen ersten Gang durch das verrückte Hotel Tartüff noch vor sich hat und es vorzieht, sich überraschen zu lassen, sollte diesen Bericht also lieber nicht weiterlesen. Allen Lesern, die es nicht mehr erwarten können und unbedingt Details zur neuen Attraktion herausfinden wollen, wünschen wir hingegen viel Spaß mit dem Bericht und mit den Bildern.

Der Wartebereich

Bevor man in den eigentlichen Wartebereich gelangt, fallen einem gleich zwei Details ins Auge: Das Hotel wird bereits an seiner Außenfassade als „verrückt“, „verdreht“ und „verkehert“ bezeichnet, und außerdem befindet sich hier die Figur eines Hoteliers, dessen Kopf in einem Koffer steckt. Der Wartebereich der Attraktion verläuft durch die Räumlichkeiten eines ehemaligen Souvenirshops und ist folglich relativ kurz. Dennoch gibt es hier bereits erste Extras zu sehen, welche die Eigenschaften des Hotels unterstreichen. Neben ein paar Versen zum Hotel sind hier vor allem zwei fiktive Werbeplakate zu erwähnen: Bei einer Werbung zu Gewürzmischungen von August Stark wird den wartenden Gästen Luft entgegen geblasen, während bei einer Werbung zu einer Zahncreme von Dr. Lenz & Sohns kleine Seifenblasen zum Vorschein kommen. Am Ende des Wartebereichs werden die Besucher in Gruppen aufgeteilt und gelangen in einen als Lift gestalteten Warteraum.

Schon im Wartebereich gibt es erste Überraschungen zu entdecken.

 

Otto von Böcklstett

 

„Gestatten? Otto von Böcklstett.“

Zunächst gibt es im Aufzug nicht viel zu entdecken. Auffällig ist nur die leichte und beschwingte Jazzmusik, welche die Szenerie passend untermalt. Der Blick nach oben offenbart allerdings eine kleine Luke. Sobald sich die Tür des Aufzugs schließt, wird die Musik unterbrochen, und plötzlich ertönt die Stimme von Hoteldirektor Otto von Böcklstett, der die Besucher folgendermaßen begrüßt:

„Du grüne Neune! Wo war denn nochmal die Luke? Ach, hier! Potzblitz, da sind Sie ja schon! Naja, Ihr Pech, hm! Mein Name ist Otto von Böcklstett, ich bin der Direktor dieses Hotels. Und ich muss Sie warnen! Bleiben Sie auf jeden Fall auf dem vorgegebenen Weg durch dieses Hotel. Niemals rückwärts gehen, immer nur vorwärts, und ganz langsam. Übrigens: Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten! Wenn Sie dieses Hotel verlassen wollen – was ich gut verstehen kann – folgen Sie einfach dem Schild ‚Ausgang‘. Und falls Sie einen Verstand finden, das ist meiner! Den habe ich hier vor Jahren schon verloren! Hahahaha!“

Räume und Elemente

Nach der Einleitung durch Otto von Böcklstett öffnet sich eine weitere Tür, wodurch den Besuchern der Gang in das eigentliche Hotel ermöglicht wird. Insgesamt gibt es 27 verschiedene Räume, die sich auf drei Stockwerke verteilen und für ein Funhouse typische Elemente enthalten. So kommen hier wackelnde Böden, eine Drehtonne, knifflige Treppen, verschiedene sich drehende Scheiben auf dem Boden, ein Labyrinth, zwei Rutschen und diverse Kombinationen aus den verschiedenen Elementen zum Einsatz. Oftmals besteht für den Besucher die Möglichkeit, mit der Umgebung zu interagieren. So gibt es im verrückten Hotel Tartüff beispielsweise Bildschirme, die auf die Bewegungen der Besucher reagierende Figuren zeigen. Darüber hinaus ist es dem Besucher erlaubt, Musik zu machen oder eine auf den Kopf gestellte Toilette zu aktivieren. Die Gestaltung der einzelnen Räume wurde dabei sowohl an Berlin als auch an ein Hotel angelehnt.

Wie lange ein Gang durch das verrückte Hotel Tartüff dauert, bleibt übrigens dem Besucher überlassen, da es kein Zeitlimit für einen Besuch gibt und die Gruppen nach und nach abgefertigt werden. Außerdem enthält das Hotel ein paar Abkürzungen, die es dem Besucher erlauben, bestimmte Elemente zu umgehen, wobei sich die Zeit für einen Durchgang allerdings verkürzen kann. Entscheidet man sich für einen kompletten Gang durch das verrückte Hotel Tartüff, kann man dafür ungefähr zehn Minuten einplanen.

Die Kostümbildner des Phantasialandes haben sich hierbei übrigens einmal mehr ein großes Lob verdient: Die Mitarabeiter und Mitarbeiterinnen, die im verrückten Hotel Tartüff arbeiten, tragen allesamt Kostüme, die extra für diese Attraktion angefertigt wurden. Die Mitarbeiter schlüpfen in die Rolle eines Hotelpagen, der Puschen in Form eines Flamingos trägt, während die Mitarbeiterinnen in die Rolle eines Zimmermädchens schlüpfen. Von Zeit zu Zeit taucht im Hotel außerdem ein Gast im Schlafanzug auf, der sich in einem Raum befindet, in dem ein Bett an der Wand hängt.

Wem diese Schilderungen immer noch zu wenig sind, der kann sich natürlich gerne dieses Video anschauen, das den ersten Gang durch das verrückte Hotel Tartüff zeigt.

Badezimmer

 

Das verrückte Hotel Tartüff

 

Fazit

Das Phantasialand hat seine Besucher wieder einmal positiv überrascht: Noch vor drei Monaten konnte niemand von uns wissen, wie man die Räumlichkeiten des alten Souvenirshops am Kaiserplatz mal umgestalten und nutzen würde. Momentan konzentrieren sich alle Besucher auf die Chiapas-Baustelle, doch in dieser Zeit ist im Themenbereich Berlin eine weitere Attraktion für die ganze Familie entstanden. Das Founhouse von Hofmann macht sowohl thematisch als auch konzeptionell dort weiter, wo „Maus-au-Chocolat“ aufgehört hat und ergänzt das Angebot des Parks optimal. Wir wünschen allen zukünftigen Besuchern schon jetzt einen erlebnisreichen Aufenthalt im verrückten Hotel Tartüff.

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